4. Gotthardkonferenz - Von der Vision zur Umsetzung

Die vierte Gotthardkonferenz am Freitag, 23. September 2011, in Sedrun stand unter dem Motto "Von der Vision zur Umsetzung". Parlamentarier und Regierungsvertreter der vier Gotthardkantone Uri, Tessin, Wallis und Graubünden sowie zahlreiche Gemeindepräsidenten und Leistungsträger aus dem Gotthard-Raum diskutierten über nötige Voraussetzungen sowie die Rollenteilung zwischen Politik und Wirtschaft, um Visionen zur Umsetzung zu bringen. Zudem wurden die Resultate und die Erkenntnisse zum Progetto San Gottardo vorgestellt und erläutert, warum die vier Regierungen der Kantone Uri, Tessin, Wallis und Graubünden die Weiterführung des Progetto als eine Notwendigkeit für die Entwicklung des Gotthard-Raumes sehen. 

Resultate und Lehren aus dem Progetto San Gottardo             

Das kantonsübergreifende  Regionalentwicklungsprojekt San Gottardo nähert sich dem Ende seiner ersten Phase (2008-2011). Die bessere Vernetzung der Akteure und die stärkere überkantonale Zusammenarbeit zwischen Ämtern, Regionalverbänden, Gemeinden und insbesondere der Tourismusorganisationen gehören unter anderem zu den erfreulichen Resultaten. Demgegenüber stehen die noch unzureichende Information, der ungenügende Einbezug der Basis sowie die Tatsache, dass mit den bis anhin gesprochenen Fördermitteln, die gesteckten Ziele nicht zu erreichen und Investitionen und damit Anschubfinanzierungen schwierig zu realisieren waren. 

Erweiterung mit dem Programm San Gottardo 2020

Aus dem Progetto San Gottardo soll deshalb ein neues, mehrjähriges Programm entstehen. Die Regierungen der vier Gotthardkantone haben beschlossen, das bisherige regionalpolitische Progetto San Gottardo ab 2012 als Programm San Gottardo 2020 (kurz: PSG 2020) mit verstärkten Mitteln fortzuführen. Mit zwei zusätzlichen Mitarbeitern und deutlich grösseren Fördermitteln des Bundes und der vier Kantone soll erfolgsversprechenden Projekten zum Durchbruch verholfen sowie die Basis wesentlich besser informiert und involviert werden. Das entsprechende NRP-Umsetzungsprogramm San Gottardo 2012-2015 stösst bei den Gemeinden auf breite Zustimmung und ist damit bestens abgestützt. Dies zeigt sich insbesondere an der Tatsache, dass die Gemeinden bereit sind, die Basisleistungen mitzufinanzieren. Beim Staatssekretariat für Wirtschaft SECO wurde das Umsetzungsprogramm fristgerecht eingereicht. Der Inhalt und insbesondere die Höhe der Fördermittel sind bis zum Abschluss der Verhandlungen mit dem SECO, Ende Oktober 2011, allerdings noch nicht verbindlich.

Von der Vision zur Umsetzung

Um Visionen und grosse Projekte zur Umsetzung zu bringen, sind das Zusammenspiel aller Akteure und eine klare Rollenteilung entscheidend. Der Politik kommt die Rolle des Ermöglichers zu. Der Standespräsident des Kantons Graubünden, Ueli Bleiker, bringt es auf den Punkt: "Die Politik kann Herausforderungen thematisieren, Massnahmen vorschlagen und in der Umsetzung unterstützend mitwirken". Als Instrument hierfür dient im Gotthard-Raum das Programm San Gottardo 2020. Noch Wichtiger ist aber die Rolle der Akteure vor Ort. Diese müssen die Führung, die Verantwortung und den grösseren Teil des Risikos von konkreten Projekten übernehmen.

Die Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun-Disentis soll konsequent weiterverfolgt werden

Die Frage, ob es eine Skigebietsverbindung braucht, diskutierten die Teilnehmer am Nachmittag während der Arena. Zur Diskussion standen die drei Varianten (1) überregionales Gesamtkonzept von Andermatt bis Disentis, (2) organisches Wachstum und damit lokaler Ausbau oder (3) nichts tun. Die grosse Mehrheit der Anwesenden hat sich positiv zu einem überregionalen Gesamtkonzept von Andermatt bis Disentis ausgesprochen. Diese Einigkeit im Grundsatz ist eine wichtige Erkenntnis und gute Voraussetzung, das Projekt Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun-Disentis in die richtige Richtung weiterzuentwickeln und die nötigen Voraussetzungen für die Unterstützung der öffentlichen Hand zu erfüllen.

 

Download der Konferenzunterlagen hier