Goms

Das Goms ist eine ausgesprochene Bergregion im obersten Teil des Rhonetales. Die Südgrenze zu Italien bilden die Walliser Alpen. Das Finsteraarhorn in den Berner Alpen ist mit 4'274 m ü. M. der höchste Berg der Region Goms. Das süd-westlich exponierte inneralpine Hochtal Goms zeichnet sich durch eine gute Besonnung und ein gesundes Reizklima aus.

Die Region Goms ist zwar mit 650 km2 bezogen auf die Bevölkerung von nur 5'500 Personen sehr gross. Allerdings sind der grösste Teil des Gebietes Ge­birge, Gletscher (u.a. der Aletschgletscher als der längste Gletscher der Alpen) und sonstige unproduktive Flächen. In dem vom Rhonegletscher geschaffenen Haupttal befinden sich die meisten Siedlungen und Verkehrswege. Die interkan­tonale Strasse von Brig her führt über die Alpenpässe Grimsel, Furka, und Nufe­nen. Dank dem Furka-Basistunnel ist die Region Goms seit 1982 mit der Matterhorn Gotthard-Bahn auch im Winter mit der Zentral- und Nord-Ostschweiz (z.B. Zürich) direkt ver­bunden. Von den vielen teils recht steilen Seitentälern sind nur das Binn- und das Fieschertal ganzjährig bewohnt. Die Dörfer befinden sich auf einer Höhe von 1'000 m (Grengiols) bis 1'600 m (Bellwald) über Meer.

Die Region Goms umfasst 14 eigenständige politische Gemeinden. Drei dieser Gemeinden haben weniger als 100 Einwohner. Die grösste Gemeinde Fiesch zählt zirka 1'000 Einwohner. Fiesch ist aufgrund seiner Grösse und Lage sowie der touristischen Bedeutung das Zentrum der Region Goms. Die Bevöl­kerung der Region Goms hat zwischen 1980 und 2000 um gut zehn Prozent zugenommen. Seither muss allerdings ein Bevölkerungsrückgang konstatiert werden.

Weniger als zehn Prozent der Bevölkerung arbeitet heute noch in der Land- und Forst­wirt­schaft (erster Wirtschaftssektor). Etwa 30 Prozent sind in Gewerbe und Indu­strie (zweiter Wirtschaftssektor) tätig. Gegen 60 Prozent der Berufstätigen in der Re­gion Goms sind heute im Dienstleistungssektor (dritter Wirtschaftssektor), d.h. vor allem im Tourismus beschäftigt. Die Region Goms hat in den letzten 50 Jah­ren eine grundlegende Änderung der Wirtschaftsstruktur erfahren. 1960 waren noch 61 Prozent der Beschäftigten in der Landwirtschaft berufstätig. Gleichzeitig mit dieser Umlagerung wurden im zweiten und dritten Wirtschaftssek­tor im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die grössten Arbeitsplatzwachstumsraten im schweizerischen Berggebiet registriert. Der Hauptgrund liegt in der intensiveren touristischen Nutzung des touristischen Potentials der Region Goms. Die Bedeu­tung des Tourismus kommt auch in der Zahl der Logiernächte zum Ausdruck: Pro Jahr werden in der Region Goms heute zirka 1,3 Million Übernachtungen registriert. Das sind fast zehn Prozent der Logiernächte des Tourismuskan­tons Wallis.

Das Grundkapital der Tourismusregion Goms sind vor allem die noch relativ in­takten Natur- und Kulturlandschaften sowie viele wertvolle Kunstschätze (zirka 80 Kirchen und Kapellen). 19 Dörfer und Weiler im Goms wurden in das Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) aufgenommen. Ein Drittel der Regionsfläche umfasst Naturschutzgebiete (v.a. das UNESCO Welterbe Jungfrau-Aletsch und den Landschaftspark Binntal).

Im Winter gilt das Goms als eines der schneesichersten Regionen der Schweiz. Im oberen Regionsteil wird vor allem Langlauf, im unteren Regionsteil vornehm­lich der alpine Skisport praktiziert. Zu den grössten und bekanntesten alpinen Skige­biete gehören: Fiescheralp-Eggishorn und Bellwald. Zwischen Oberwald und Niederwald finden der Langläufer und die Langläuferin das grösste zu­sam­menhängende Loipennetz von über 100 km bestpräparierten Loipen. Das Goms ist eines der bekanntesten und interessantesten Langlaufgebiete der gan­zen Schweiz.